II. Nachlese
eine Konstitution zu geben, die den Nomen einesStaats verdiente. Ader ihre häuslichen Lugendenlobe man: deich-sie verdienen das Lob, das zuletzt alleEloqien überlebet. AuS ihnen entsprang in Deutsch-land das Städre- und Bürger-Gemeinwe-sen, das ganz auf häuslicher Glückseligkeit beruhte,und diese bezweckte.
Wie kommt's nun, daß wir diese stillen Tu-genden nicht ehren ? daß wir die unzweifelhaftenVorzüge unsrer Väter, die im deutschen Charakterliegen, weniger schätzen, als die blendenden Eigen-schaften fremder Nationen? Daß viele Deutschender deutschen S t a a t s g e s c h i c h te unkundig sindist sehr verzeihlich; aber auch der Ehar akter-und Sittengeschichte ? Wir wollen, dieHand voc's Auge haltend, den Grund nur darinsuchen, daß diese weniger als die deutsche Kriegs-Reichs - Staats - Rechts - Herkommensgeschichte behan-delt worden. Und doch reicht auch diese Täuschungzum Tröste kaum hin; denn wie wenige haben —>ich will nicht sagen Maskov's, Schmidts odereines andern Geschichte der Deutschen, MüllersGeschichte der Schweiz u. f. gelesen, sondern sichauch nur um einzeln« Zeitperioden , merkwürdigedeutsche Institute, Verdienste, Charakterzüge be-kümmert ! Sind (um nur einige zu nennen) M ö -fers, Mohsens, Heg ewisch's, StettensSchriften in den Händen, in denen sie seyn sollten?Wird Schlözers Geschichte der Deutschen in Sie-benbürgen , die ein so großes Blatt des deutschenKulturfleißes aus mehreren Landern enthält, so laut