II. Nachlese
3^4
sen *), und daß jener Großmeister dogmatisirt undgesagt haben kann: der Br. <Is Nooci sollte an
„Einen großen Gott glauben und sich zur^Gesellschaft guter Leute im Orden halten;"(vielleicht sollten die Koni viri eben das scyn, waSman sonst Kons Kornrnss hieß, ein bekannterKetzer-Name;) sey dies alles, wie ihm wolle:
*) Ueberhaupt ist's zu beweisen, daß in den MittlernZeiten, die man für sklavisch und barbarisch hält,hie und da die freiesten Mcynungen statt fanden,weit überhaupt auf unserm Erdball alle Verände-rungen durch Extreme gehen, die sich mit derZeit nur mischen unv mildern. Die Beschuldigun-gen, die man Friedrich dem II. von Moses,Christus und Mahomed machte, mag nichtso ganz ohne allen Grund gewesen seyn; weiler bei vielen Gelegenheiten öffentlich wenigstensLiebhaberei zu den Saracenen zeigte. Daß dieScholastiker alle Punkte des Glaubens als Pro-bleme der Disputation ansahen, ist bekannt; unddie Reformation faßte auch deshalb Wurzel, weil> Jahrhunderte hin über die Religion dem herrschen-den Tone nach nur war dispukirr werden. Oben-benannte Sekten äußerten die freisten und zumLheil übertriebensten Meynungen; also war der-gleichen Weisheit auch ausser dem Orden nicht sofremde, als wir uns gemeiniglich bei der schwar-zen Mittlern Zeit denken. Kühn - und Keckheitim Behaupten geht immer der reifer» Untersuchungvor.