historisch - philosophischer Schriften. 337
5 . Die Neuaufgenommcnen küßten
oder würden auf eine unanständigeWeise geküßt. Dieser Punkt des Verhörs drehtesich sonderbar umber, da es bald der Eintretendebald der Ausnehmende war, der auf unanständigeArt geküßt seyn sollte; und ohne Zweifel rührte dieAnklage auch von der dreifache Advration der Ma-nichäer gegen ihren Vorsteher her, wie sie etwa imMunde des Volks war, so daß die Gebrauche derAufnahme dahin nur übergezwungen wurden. DaßKuß und Adoration bei jeder Nitterausnahmewaren, ist allgemein bekannt, und bei jeder Nit-kcraufnahme waren, wenigstens wie es uns jetztdünkt, narrische Gebrauche. Die unanständi-gen Orte des Kusses, so wie die Bank (danaa),die auch in den Ketzermahrchcn vorkommt, warenwahrscheinlich aus der Quelle jener Katzenanbetung,ob ich gleich gar nicht läugnen will, daß Gebraucheda gewesen seyn können, die zu dieser AmplifikationAnlaß gegeben haben. Das waren sodann Rittcr-gebrauche; die aber jetzt, so wie auch dieSchnüre, womit man das Götzenbild berühret, ab-sichtlich Ketzerei werden sollten: denn um's Oö-
corrrnr war's den Anklägern wohl nicht zu thun.Die Esels- und Narrenfeste der öffentlichenKirche waren keine unanständigen Cercmonien. undman sah sie in den Mittlern Zeiten sogar mit An-dacht an.
6 . Endlich: sie beteten eine Katze an,vermischten sich sogar (weil im Kapitel keineWeiber waren) mit den erscheinenden Teu-
Herders Werke z. Phil. u. Gesch. XIII. P