II. Nachlese
35 §.
'Glieder, denen ihr Haupt fehlte, und die da-zu von einem bösen Geist aus Italien gegen ein-ander aufgebracht wurden, so lang in Unordnungund Anarchie erlag. Jndeß war selbst die AnarchieVeranlassung zu einem Guten, das bcynah ohne sieNicht werden konnte. Ware Otto in Deutschland ge-blieben, hatten seine Nachfolger sich das deutscheReich erhalten, ohne an's römische zu denken; un-möglich wäre jenes, was cs war, blieben. DerKaiser hatte die Stande unterdrückt: es Ware Mo-narchie worden, wie in Frankreich. Jetzt wollte esdas Schicksal, daß, indem sie immer auswärtig Han-del hatten, das Reich in seinen Gliedern wild em-xorschoß, und in dem Betracht waren selbst Pabstund Faustrccht Beschützer und Erhalter der Deut-schen Freyheik.
II. Die Geistlichen vermehrten natürlich zuerstihre Rechte, wenn die weltlichen ihre Macht ver-mehrten. Die Bekehrungen nordostwarts gingen fort:gegen die Wenden wurden eine Reihe Bischosthü-mer *), wie geistliche Markgrafschaftcn, errichtet, undihre altern Brüder wuchsen an Vorzügen, Befreiun-gen und Regalien, je mehr sie beym Faustrecht lit-ten. Der weltliche Stand, Herzoge, Grafen, Vög-te, trat ihnen auf dem Fuß: desto mehr erholtensie sich durch Geschrey an den Kaiser **) um Ge-
*) Brandenburg, Havelberg, Meißen, Magdeburg,Aeiz. .
**) S. olle Diplome der Zeit. Hautb. bist. ll?rev.D. I. x. 47t. 76. fg. 85« g8- etc.