24Z
II. Nachlese
konnte, zu sichern; aber er konnte nicht Alles. Karl,der Erobrer und Bekehrer, war bestimmt, mit Rie-senkraft einen ungeheuren Fels auf eine Höhe zu rol-len, damit, wenn seine Hand losließ, in zehn Stü-cken der Fels hinter ihm abrollle und sein Geschlechtbegrübe.
II. Noch minder wac's möglich, daß eine sol-
che Maschine lange bestünde, wenn nur Aemter undin den Aemlcrn gegebene Treu und Glaube sie auf-recht halten sollte». So bald die Aemter an Unrech-te, Unverständige, Treulose verliehen, so bald dieGuten in der Folge selbst eigensüchtig und böse wur-den: so war des Kaisers Ansehen in den Provin-
zen, wo er nicht allgegenwärtig seyn konnte, weg.Würden die Aemter erblich, kamen, die sich einan-der das Gegengewicht halten sollten, zusammen ineine Hand: erlosch die Aufsicht, so erlosch Alles.
Mit unsäglicher, allgegenwärtiger Weisheit, Kunstund politischen Güte hatte Karl aus dem Leimchavs,das er vor sich fand, einen Marmortcmpel von Ge-setzgebung bilden wollen, der aber auf ungewissenStützen ruhete. Der edelste Versuch fränkisch-rö-misch-deutscher Gesetzgebung; er sank, so bald derGeist Karls dahin war.
III. Noch ungewisser ward Alles, da in jederProvinz, wie im Großen, die zwey Stände, Geist-liche und Weltliche, coexistiren sollten. Die warennie Freunde gewesen nnd konnten's jetzt nicht wer-den. Hier unterdrückte den Bischof der Kirchenvogt;dort suchte der Bischof vor dem Grafen Schadlos-haltung und Immunitäten. Die Kaiser verliehen sie,