historisch-philosophischer? Schriften., 247
de und Reichsglieder, wie sie gewesen, bleiben. Pi-pin und Karl hatten die Neichsverfassung geerbt- er-weitert, gebessert, aber nicht tiefer gegründet: die
Folge mußte seyn, das Materialien, die nicht Zu-sammenhalten konnten, allein durch Lust, Sonneund Zeit zerfielen,, hatten auch keine Stürme undUntergrabungen den, Fall beschleunigt. Nicht blos inder und jener Theilung (auch Karl hatte, theilen wol-len , und es war ein von Hlodowig hergebrachterGebrauch , zu theilen), nicht blos in der und jenerUnvorsichtigkeit, temporärer Schwachheit, (auch der-gleichen waren schon, immer gewesen,) lag der Funkedes Unglücks; vielmehr waren das blos Windstöße,die den Funken weckten. Die Folgen lagen inden Veranlassungen: tief im Herzen der Reichs-Verfassung.
Denn nun sollte I. ein Reich so verschiednerGlieder, Nationen und Stuften von Denkart bcy-sammen bestehen, auf einerley Art regiert werden,oder sich vielmehr selbst regieren — war's möglich?Wo nicht gleichsam eine Vernunft, als höchste Be-rathschlagerin "avar, kein gemeinschaftliches Interesse,nicht einmal ein anerkannter Werth an Besitzthü-mern, Vorzügen, Gütern, Strafen war: wiederein Gesetz? Ein Reichstag? Ein Gefühl aller Glie-der auf und zu diesem Tage? Mußte cs nicht alsowerden, was bald geschah, daß Alles sich allmählichvon einem Haupt und Körper losriß, an dem es nurso idealisch entfernt, gezwungen und ungewiß klebte.Schon also die gewaltsame, unnatürliche Größe desReichs Karls machte, daß es zerreissen wußte: dassähe er selbst: dagegen suchte er sich selbst, wie er