Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

historisch-philosophischer Schriften. 2Z7

Indessen muß man auch,hier, wo cs ein gro-ßes Phänomenen der Zeit und der Mischung zweierVölker gilt, nicht aus abstrakten Sätzen oder alsüber das Betragen einzelner Personen, wogegen die-se gekonnt hätten, moralisiren.

I. Die Bischöfe hatten die Franken und dieFranken die Bischöfe nicht geschaffen. Jene fandendie Ideen von Regiment und Standen unter diesenfest, und konnten also auch nicht dafür, daß sie somit deutschem Auge gemessen und- hinübergezogenwurden. Diese hätten zu viel gefordert, daß jeneganz ihre orientalisch - römisch - gallische Denkart aufeinmal ihnen zu gut hätten ablegcn sollen: sie

forderten's selbst nicht, daß sie ihr Ansehen undBesitzthümer ablegten, auch nicht einmal, daß eSdie überwundnen Gallier ablegten: sie ließen diesen

ihr römisch Gesetz und gallische Lebensart; was siesich ausbedungen und nahmen, war Ehre, Machtund barbarische Freiheit. Druiden in heiligen Ei-chenwäldern Konnten die Bischöfe nicht werden, s»wenig die Franken itzt alte, arme Deutsche mehrwaren: die Species waren also da: die Mischungmußte geschehen. Die Franken waren schon durchlange Kriegsgefolge, und jetzt durch Ueberwindungund Salische Zerstreuung ein andrer Staat gewor-den: unrer den Galliern wohnten sie einmal: als»

konnte die Einwirkung fremder Begriffe,. mithinUeppigkeit und Entmannung, auch ohne Bischöfe,nicht abgewendet werden. Die Kugel war im Ab-lauf, und es war also gut, daß sie itzt wenigstensdie milde, schlüpfrige Hand der christlichen Kultur,wie sie damals war, aufsing und lenkte. Denn nun,