Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
Entstehung
Seite
228
Einzelbild herunterladen
 

22Ü

II. Nachlese

Ein Volk legt nie seine Denkart auf einmalab, wenn's in andre Verbindungen tritt: und dadie Franken nach Gallien kamen, und es für gutfanden, Christen zu seyn, sahen sie die Bischöfeihrer neuen Religion mit fränkischen Augen an; an-ders konnten sie auch nickt. Was ihnen ibr^ Prie-sterstand gewesen, heiliges, scharfanziehendes Bandder Versammlung, sollten ihnen jetzt die christlichenBischöfe werden: aus einmal waren sie also imMärzfelde. Sie, die in der römischen Provinz, woes keine Landstande geben konnte, nur reiche ansehn-liche Versammlung in ihrem Mittel gemacht hatten,waren jetzt Theil der Nation. Das Wehrgeld fürden erschlngnen Diakonus war mit dem inZcnuoIck-anco gleich: für den Presbyter mit dem Edelnin lrusts koZia, für den Bischof mit den Lo-miridus, also mit den höchsten der Nation; undauf dem Werth und Anschläge der Compositionenberuhte bekannter Maaßcn alles. Nomporidus(ülotsrii IxeZis rinn cum I'rinci^ikus suis,.snnt 33.^iscopis et 3^. Oucilms et 79 . Lo-mitisius vel' cetera z,op>ulo constitutum sstetc. ist der Eingang der unter Hlodowig II. verbes-serten Salischen Gesetze, wo sie gar sckon den Du-cidus voranstchen *). Und auch bei der ersten Ab-schrift Salischer Gesetze, die wir von HlodowigSZeiten haben, führten Bischöfe offenbar die Feder:die genannten Aeltesten der Nat-.on sind vier erwähl-te Schöppen, die ihnen, nach der langgebliebnen

*) Ueg» Lai. tit. 53