historisch - philosophischer Schriften» 221
Kaiser sieht man schon die beyden äußersten Enden,Einsiedelei) oder Herrschsucht, hervorblicken: da das
aufgebrachte Gehirn der Gegenden so selten MittlernWeg kannte. Das Ehristcnthum sollte eine Priestec-schaft des Geistes, nicht des Fleisches, bilden —die edelste, aber auch schwerste Herrschaft! Wer siehat, glaubt so leicht, das Fleisch sei- nur Zugabe:die Gränzen beider Herrschaft fließen, wie Farben,in einander. Und da das Ehristenthum in den da-maligen Zeiten gedrückt ward, Märtrer bekam, daes sich bewußt war, daß es auf ein seiner und kw-hcc Gesetz ausging, als damals die gebildetsten Völ-ker in ihren Gesetzen sich erlaubten oder möglich fan-den: was war natürlicher, als daß der Pendul auf
beyden Seiten des Uebermaaßes Herrschaft und Un-terdrückung, Martrerthum und Göttlichkeit schwankte?Die Einfalt bot an: der Eifer nahm an oder glaub-te zu erwerben: die Heiden trugen mit ihrer so un-
gleichen und damals überhaupt so unordentlichen Be»gegnung selbst dazu bey.
Da Konstantin endlich so zu rechter Zeit das ^Kreutz in den Wolken sah, und nun selbst konriksx^axiwrus des Ehristenthums wurde: welche Ver-
anlassungen kamen dazu, den ncuchristlichen Geistzu heben! Er machte andre Verfassung im Rei-che*): in den vier großen Präfekturen ward derMilitär- und Civil-Etat gethcift: der Metropoli-ten-Etat, der daneben trat, hatte also unvermerkt
*) 2osim, H, AZ. tzo.