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Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
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selbst hätte schreiben wollen und müssen, wie Di-derot den Fall setzt: denn wer verzeihet sich nichtVieles, sobald man sich Eins verziehen hat? undwie so manche Täuschungen giebts, mit denen unsder Wahn, unentbehrlich zu seyn, die Hoffnung,,mit der Zeit nützlicher zu werden, die Sucht zu ge-fallen , die Furcht vor einem Aergern, als das Jetzi-ge schon ist, endlich die Liebe zur Gewohnheit, dieAnhänglichkeit an Ehre, Rang, Freunde, Bekannte,an uns selbst und alle Buhlerinnen unsres Herzensund Lebens von Tage zu Tage sanft und unsanfthintäuscben? Auch unter solchen Verirrungenkonnte Seneka immer noch der mehr als kaiserlichenAchtung werth seyn, die ihm Tacitus erweiset.

Genug; wie auch sein Charakter seyn mochte;seine Schriften sind ein reiches Füllhorn der schön-sten , größesten Sentenzen. Diderot hebt mehrerederselben ans. fügt seine Meynung hinzu und sprichtmit unserm Innern so vertraulich, daß der Lesersich gedrungen fühlt, hie und da auch sein Worthinznzusetzcn und mit Seneka,. mit Diderotzu raisonniren, als ob er der Dritte seyn müßte.Hiemit wird das Buch ein lebendiges Gespräch zwi-schen dem alten Weisen, seinem Ausleger und Freun-de, endlich mit uns selbst, in vielfacher Anwendungauf neuere Welt- und Lebensscenen.Ach, sagtDiderot, hatte ich die Werke des Seneka frühergelesen k hätte ich in einem Alter von dreißig Jah-ren seine Grundsätze angenommen, wie viel Ver-gnügen wäre ich diesem Philosophen schuldig, odervieimebr, wie manchen Schmerz hätte er mir ent-fernt! Du bist's, o Seneka, dessen Hauch die leere