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Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
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186
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Glauben Sie nicht, daß ich mich in der Ideedes Trauerspiels Seneka zu seinen Verleumdern ge-sellen wollte. Rechtfertigt sich der tragische Seneka,wie ich es nach Tacitus glaube, vor sich selbstund seinen Freunden: so kann er, auch beiSchwachen seines Charakters, die er setzt selbst ein-siehet, als ein glorreicher Staatsmartvrer da stehen,so daß, wenn er das Auge schließt, man ihn einesgrößeren Lohnes werlh halt, als daß man ihm, wieeinige Berschworne es wollten, hinter Nero dasReich antrage. Wahrscheinlich würde er das Reichausgeschlagen haben, wenn er war, wofür ich ihnhalte.

Was ich merklich machen wollte, war einzigdieses, daß philosophische Sprüche, wenn sie auchdie edelsten, stärksten, ja göttliche Sprüche waren,an und für sich noch nicht das Leben eines Men-schen , zumal eines Staatsmannes beurkunden undvor aller Schwachheit sichern. Der Hof ist ein sotrügliches Element, und ein politisches Leben unterNero eine so gefahrvolle Scene, daß alle Briefe desSeneka, auch mit völliger Liebe zur Wahrheit, nichtals Sentenzen, sondern als Sache des Herzens ge-schrieben, uns jeden Schritt, den ihr Verfasser prak-tisch that, gewiß noch nicht verbürgen. Nicht daßer deswegen eine ewige Lüge und Satyre gegen sich