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Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
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182
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Lust des Menschengeschlechts anzukündigen, zu recht,fertigen, zu besehenen? Hast du kein Verbrechender beleidigten Majestät begangen, indem du dichnicht von Ihm, sondern von Dir selbst zu solchenDingen so lange gebrauchen ließest? Ruft nicht je.der Ermordete, ruft nicht das Römische Volk, ruftnicht Nero selbst gegen Dich?

Und was bist du, enthaltsamer, standhafter,das Leben verachtender Weiser, vor diesen Tischen,diesen Spiegeln , in diesen Sälen, vor diesen Seen,in diesen Gegenden, bei dir, in deinem Innern?Rechtfertige dich vor dir selbst; der Tribun kommt,und was will der Tribun?-"

Das Haus ist von Soldaten umringt, derTribun fodcrt Rechenschaft über eine entdeckte Ver-schwörung. Sowohl Seneka, als Nero wissen,daß dies hier nur Vorwand seyn soll. Der Philo-soph hat dem Tyrannen zu lange gelcbet.

Seneka ist bei Tisch; er antwortet unerschrockenund heiter.

Der Tribun bringt die Antwort. Warum solltehier nicht der Vorhang aufgezogen werden, um auchdes Nero inneres Gcmüth und seine äußere Lageganz zu enthüllen? Hier mögen Poppäa und Ti-gellin auftreten; selbst das Blutgericht über dieVerschwörung des Piso mit allen herzhaften Antwor-ten der Verschwornen erscheine.

Seneka ist unschuldig, und Nero weiß es. Erfragt den Tribun, ob er ihn bereit gefunden, sichselbst den Tod zu geben; und da der Tribun vcr-