Wissenschaften und Künste*) : ein Däda-lisches, vielleicht unvollendetes und nie zu vollendentesGebäude, das seinen Erbauer aber, wenn es auchNur der erste Erbauer wäre, gewiß nicht ohne Kranzließe. An der Pcterskirche in Rom haben viele ge-dankt, weil das Werk über Eines Menschen LebenhinauZreichte; selbst der Plan derselben ward eini-gemal geändert; das Gebäude kam indessen docheinmal zu Stande, und auch denen, die die Vollen-dung nicht erlebten, bleibt ihr Ruhm. Es ist wohlunläugbar, daß Sulzer den Plan, den er in denLiteralurbriefen bekannt machte **), nicht ganz er-reicht hat. Er war nicht der einzige Arbeiter; EinM a n n konnte bey so verschiedenen Künsten nichtjedem Begriff, jedem Hauptwort auf den Grundkommen; noch weniger in der, für jede zusammen-hängende Philosophie fatalen Form eines zertrennen-den Wörterbuchs, jeden Begriff, dem rechten Ver-hältniß nach, an Srt und Stelle führen; noch we-niger, da bey verschleimen Künsten verschleime Mit-arbeiter waren, die gemeinschaftlichen Ideenverschiedener Künste, auf dem kürzesten We-ge zu ihrer klaren Quelle leiten u. f. Aber werwird Unmöglichkeiten fordern? Wcr einem, undzwar dem ersten, Versuch das Geschäft vieler Män-ner, vielleicht ganzer Jahrhunderte, zumukhenr Sul,zer hat angefangcn: man baue weiter. Man bin-de, leite, simplisicire die Begriffe, wo sie noch nicht
*) Allgemeine Theorie der schönen Künste, LH. i. 2.
1771. 277g..