großer und weiser Männer. »73
immer, insonderheit aus den Wegen, die er vor-schlagt, erreichbar; nicht etwa nur äusserer Hinder-nisse, sondern hie und da vielleicht des Begriffs derKunst selbst wegen. Indessen sind bey der großenZwecklosigkeit und den zum Lheil schändlichen Miß-brauchen , in die die besten derselben geralhen sind,zu unsrer Zeit auch Platonische Gedanken und Wün-sche hierüber schätzbar.
Als Philosoph war Sulzcr ein Philosoph desgesunden Verstandes, der planen nicht spitz-findigen Vernunft. Psychologie war daSFeld, wo ihm die Zerlegung der Begriffe am mei-sten glückte ; und giebts in der ganzen Philosophieein angenehmeres, nützlicheres Feld, als dieses?Seine Theorie der angenehmen Empfin-dungen, seine Abhandlungen über Spra-che und Vernunft, über dunkle Begriffeund Triebe, zuletzt über das Wesen und dieUnsterblichkeit der Seele*), sind vollschöner Wahrnehmungen. Wenn sie die Begriffenicht allemal zur vollständigsten Deutlichkeit heben,so ziehen sie sie doch aus der Tiefe ans Helle, klareSonnenlicht hervor; und sind dem Leser, insonder-heit dem sich bildenden Jünglinge, so unterhaltendals aufmuntcrnd. Die Leiter, auf der der Philosophemporstcigt, laßt er stehen, und zieht sie nicht straksnach sich; ein anderer kann und mag weiter steigen.
Das größeste Gebäude endlich, das Sulzer er-richtete, ist sein Wörterbuch der schönen
*) Sulzers vermischte Philosoph. Schriften, -- Thle.-773. 8i.