großer und weiser Männer. 167
Handlung, einer Rettung der Religion steckt?Größten Theils sind diese ja nicht für Zunftge-nossen, die an unsre Sprache und Schnitt, anunsre voniam, guLinxstimus änrnnsgus viair8iin,gewohnt sind, sondern für Leute geschrieben, dieSchönheit, Wohlanständigkeit, Gründlichkeit, philo-sophische und historische Evidenz, doch vielleicht inandern Sachen sehr geprüft und gekostet haben.Warum wollten wir uns nicht selbst richten, damitwir nicht von Andern gerichtet, oder gar, trotz un-srer Titel und Namen, mit der Welt schlechterSchriftsteller verachtet und verdammt werden? —Ucbrigcns will ich hier Lcßing nur entschuldi-gen, weil er ein Mensch, wie wir, war; nichtrechtfertigen, noch rühmen; denn ich kenneweder alle die Gegner, noch alle die Umstande, dieihn rechten. Des Mannes Schrift, z. B. gegen dener am^heftigsten geschrieben, kenne ich noch bis jetztnicht, und bin also kein Richter zwischen beyden;indessen wird eben dieser eifrige und gelehrte Theologjetzt, nach Leßings Tode, seinem Charakterund Geist die Gerechtigkeit wiederfahren lassen,die er ihm einst wiedcrfahren ließ, da er ihnpersönlich kannte, hochschätzte und seinen Freundnannte. Mit dem Ort ändert man seinen Charak-ter nicht: wenigstens nicht plötzlich; und ein Mannwie Leßing, der alles unpartheiisch, mit Augender Wahrheit, ansehn wollte, und sich ärgerte,wenn ihm dagegen was in den Weg kam , ein sol-cher Mann wird mit den Jahren eher besser alsschlechter. Auch bey dem Jrrlhum ist Eifer für dieWahrheit schätzbar; die Leidenschaft, die daher ent-steht, daß Wan keiner Leidenschaft, keinem Truge