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I. Gallerte
Art, wie er die Fragmente herausgab, und, als Laye,seine Gedanken, allenfalls zur Widerlegung, hin undwieder sagte: überhaupt Leßings Charakter, wie erjedem eingedrückt seyn muß, der ihn gekannt hat(und andre sollten doch darüber behutsam urtheilen),alles dies ist mir Bürge für seine reine philo-sophische Ueberzeugung, daß er auch hiemitetwas Gutes veranlasse und bewirke; nämlich —ich wiederhole es noch einmal, freie Untersu-chung der Wahrheit, und einer so wichti-gen Wahrheit, als diese G e sc h i c h t e für je-den, der sie glaubt, und der an sie glaubt,seyn muß. Darf nun unter allen Wahrheiten undGeschichten diese Wahrheit, diese Geschichte al-lein nicht untersucht, nicht gegen jeden Zweifelund Zweifler untersucht werden, so ist das LeßingsSchuld nicht; aber zu unscrn Zeiten wird kein Theo-log und kein Religiös seyn, der so etwas zu behaup-ten wage. Giebt man aber diesen einzigen Satz zu:„Wahrheit müsse und könne untersucht werden:„Wahrheit gewinne jedesmal Key jeder neuen, freyen„und ernsten Prüfung, eben in dem Maas und„Verhaltniß, als sie für uns erkennbare, folglich„auch nur in solchem Maas für uns zu befolgende„Wahrheit ist ," gibt man diesen Satz zu , den dieGeschichte aller Zeiten, aller Religionen und Völker,insonderheit die Geschichte und Wahrheit der Christ-lichen Religion überall, wo sie bezweifelt und an-gcfochten ist, unwidersprechlich beweiset: so hat Les-sing gewonnen; so müssen wir, statt von krum-men, hämischen, bösen Absichten zu reden, ihmdanken, daß er uns eine neue Gelegenheit zuUntersuchung und Befestigung der wichtigsten Wahr-