großer und weiser Männer. i5g
Zwist, der Jahrhunderte durch unbestimmt, wenig,stens unbewiesen geführt war, ein klares Ende mach-te. Und zwar, wie Leßing mit Recht mevnte,zum Bortheil der Lutherischen Kirche: denn die Ent-wicklung des Dogma, die er am Ende der Schrift *)anqiebt, ist nicht nur der Natur der Sache gemäß,sondern läßt sich auch aus der Geschichte beweisen. —So lange also des Berengarius Buch nicht cdirk istwird diese reiche und entwickelte Anzeige LeßingSstatt des Buches selbst dienen.
Die andern kleineren Entdeckungen, die Leßingin so kurzer Zeit in mebreren Fächern des gelehrtenUltcrthums oder der Bücherkunde machte**), sindhier nicht wohl herzuzählen; sie können auch nichtjedem gleich interessant seyn > genug, wenn sie nurdem Liebhaber des besondern, einzelnen Faches an-genehm sind, zu dem sie gehören. Aber das warnur Leßing, der Bibliothekar; Leßing, der unterdem Gewühl dieser Art ein Emilia Galotti,«inen Nathan den Weisen machte; Leßing,der zu eben der Zeit sich auch jedem seinerFreunde anschlang und ihm half zu seinem Geschäfte!Leßing, der an jedem Ort jeden Würdigen gernins Licht zog ; wem er dienen konnte, dem gern dien-te — der männliche, thätigfreundschaftliche, neidloseLeßing, wird nicht so gar oft und viel seines Glei-chen haben. In Berlin waren die Besten, auch diein einerley Gattung der Wissenschaften arbeiteten,mit ihm. Von Mendelssohn, Ramler u. a. ist schon
*) S. r8?. u f.
*") Sur Geschichte und Literatur; lr BevtrLzr,