großer und weiser Mann kr. iä>/
indessen auch nur die zwei) Bande Dramaturgiedie Frucht seines Aufenthalts in dieser Lage: so
wäre das deutsche Theater überhaupt für die klein,,!Veränderungen, die er dort machen oder nicht ma-chen konnte, reichlich entschädigt. Sein Unheil übereinzelne Schauspiele und Schauspieler, so bescheidendurchdacht und männlich es allemal ist, war ihm im-mer nur Veranlassung, sich über die Quellen derSchauspielkunst, über das Wesen des Trauer- undLustspiels, von den Zeiten der Griechen bis zu unsherab, zu verbreiten. Insonderheit sind Shake -spear, Aristoteles, Voltaire u. a. hin undwieder in ein Licht gestellt worden, in das sie bisherkaum gestellt waren, und es ist allemal Licht derWahrheit. Von keinem Werk des Genies schlolrLeßinq das Denken aus; er war überzeugt, daß j -der Künstler und Dichter nur durch deutliche Be-griffe von seiner Kunst zur Vortrefflichkeit in dersel-ben gelangen könne, und diesen Weg zu deutlichenBegriffen über die Kunst des Schauspiels half Le»ßing in seiner Dramaturgie bahnen.
Aber freylich wars nicht Eines Menschen Be-ruf, ihn bis anS Ende selbst hinaus zu laufen. Beyseinen Fabeln versprach er eine Ausgabe des Pha-drus; hier eine Pocrik des Aristoteles,die er für den Eoder der ganzen griechischen Drama-turgie hielt, und für die er seine besten Anmerkun-gen sparte. Er kam unter andre Gegenstände, inandre Geschäfte; sollten indessen nicht unter seinenPapieren Vorarbeiten scyn, die deS Drucks fä-hig waren t Kaum sollte ich, nach Leßing mündli-