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Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
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Seite
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Fabeln*) auf dem Fuß nach, die jene in Fabelnund Abhandlungen über den Haufen werfen sollten.Sie Habens nicht gerhan: sie sind vergessen, und

Lessings Fabeln und Abhandlungen werden bleiben;ja mich wunderts immer noch, wie der alte, ge-schmackvolle und gründliche Kunstrichter Lessings Bu-che ein solches entgegensetzen konnte. Indessenists wahr, Lessings und Aesops Fabeln sind einanderso unähnlich, als die Zeiten bevder; und der Hauvt-grund des Unterschieds ist, wie mich dünkt, augen-scheinlich. Aesop machte seine Fabeln bey wirklichenVorfällen im gemeinen Leben; also konnte auch dieLehre, die er entkleidete, kein fein abstrabirter oderspeculaliver Satz, sondern eine praktische Lehre undBemerkung für eben das gemeine Leben seyn, ausdem sie abgesondert war. Eine solche Lehre zeigtesich also auch meistens in wirklicher Handlung, (zumwenigsten was man auch im gemeinen Leben Hand-lung nennet;) nicht bloß in einer feinen Verände-rung von Gedanken: so mußte also auch die Dar-

stellung derselben in der Fabel seyn. Beyde Stückemachen Aesops Fabeln so anschaulich, sie ma-chen sie auch für den ge meinen Mann und fürKinder so lehrreich, als es Lessings Fabeln nunwohl nicht sind, auch wohl nicht scpn konnten undsollten. Nichts als die Zeiten haben sich verändert.Die Leser, für die Lessing schrieb, bedürfe» feine-re Lehren, also auch die Darstellung eines feinernkActi, das freylich oft nur eine Gedankenfolge zuseyn scheint. Das Anschauliche, Populäre der Fa-

*) Bodmers unäsopischi Fabeln. Zürich 1760.