»
großer und weiser Männer. 187
Ja freilich hartes und bitteres Schicksal! Wennman die Begierde liefet, mit der er sich Jahre langnach feinen Freunden, nach Deutschland und Va-terland sehntewenn man die Ankündigungen, diekindische Freude liefet, mit der sein Herz nach ih-nen schlug; und wie ihn nun plötzlich Todesangstund Schauer ergriff *), da er Deutschland sah,da er die Berge und Hütten sah, die er vormalsbei seiner Hinreise nach Italien mit so vieler Liebeund Wohlgefallen beschrieben: kein Freund, keineUeberredung kann ihn halten, er muß zurück, ereilet zurück, üm auf der Grenze beider Landerden Tod zu finden, und einen Tod auf so unwür-dige abscheuliche Weise! Ja wenn die Nachrichtwahr ist, daß er eben an einem Blatt für denkünftigen Hsrarisgeber seiner Kunstgeschichte ge-schrieben,. als die Hand des Mörders ihn übereilte;wenn man bedenkt, daß die schönen Fehler seinesCharakters, unschuldige Ruhmcsfrcude undein zuvorkommender Wahn der Freundschaft,,auch gegen solche die es nicht verdienten, zwei Ido-le,. die ihm im Leben so lieh gewesen, die ihn. sopst getröstet, erhoben und getäuscht hatten, auchjetzt die Dienerinnen styn mußten,, die schrechliässrchL **) mit Strick und Dolch zu ihm zu führen;wer muß nicht schaudern? Wer nicht um ihn. und
*) S. Winkelmanns letzte Reise in Dasdorf Samm-lung von Briefen LH. 2 . S- 3b8.
**) Die griechische Göttin eines gewaltsamen Todes.