iZo I. Gallerte
-je vertrautesten Briefe Winkelmanns sind in diesemEinen Geist geschrieben , als ob er sie für Welt undNachwelt, wie ers doch gewiß nicht thal*) , geschrie-ben hätte. Kurz der deutsche Baron , der damitnicht zufrieden ist, daß Winkelmann spat, mit schon
*) Es ist ein Zeichen von Winkelmanns einförmigem,geprüften und cdeln Charakter, daß man seineBriefe an die verschiedensten Menschen, in solcherZahl, so fortgehend, hat können druiken lassen;ob nians aber auch hätte thun sollen? ob indem letzt heransgegebenen Briefwechsel nicht, we-nigstens dem guten Winkelmann zu Liebe, einigeStellen hätten wegbleiben müssen und wirklichhätten wegbleiben könne»? dieß Überlasse ichder Empfindung eines jeden, der sich an seineStelle zu setzen Freundschaft vder auch nur Billig-keit hätte. Nennen werde ich diese Stellen nicht,um keine dumme Neugier zu locken: mir aberthaten einig« derselben so weh, daß ich sie hättewegkaufen mögen. Muß denn ei» edler, sofortgehend edler Mensch, auch in der Schwachheitder einzelnen, flüchtigen Momente dem Publikumdargestellt werden, die er etwa nur seinem ver-trautesten Freunde nicht verheimlicht? Er war zusehr Freund oder Kind, um sie ihm nicht sagenzu wollen; würde dieser aber dadurch berechtigt,wenn auch nach seinem Lode, sie aller Welt zusagen? Ich will diese Anmerkung nur W. zuLieb und keinem Menschen zu Leide geschrieben ha-ben. Handle jedermann, wie er zu handeln fürgut findet; nur ich weiß, wie ich in solchem Falkselbst gegen meinen Feind verführe.