iholischen Beichtvaters? Und wenn nun sein Lebennoch durch unbesonnene kleinfügige teutschc Tadelepenverbittert wurde: wenn man ihm vorwarf, daß er
lue und da doch unrecht citirt, nicht immer dieQuellen gebraucht, die er in seinem Zustande gewißnicht brauchen konnte, kurz daß er nicht allwissendgewesen, oder gar als Künstler mann proprio selbst,statt der Schriften, alle teutsche Musea mit neuenApolls und Laokoons füllte-Verzeihe mir, ed-
ler Schatte, daß ich auf deinem Grabe zürne, dadu im Leben selbst die Kalte und Undankbarkeit dei-ner Nation hie und da mit einigem Murren, abernach einiger Erholung immer standhaft ertrugst undsie zuletzt lieber vergaßest, als dich beklagtest.Eben weil du's nicht khatest, habe ichs, nicht fürdich oder für mich, sondern für einen der dir etwagleich seyn möchte, thun müssen. Nun aber keinWort mehr.
Winkelmanns erste Schrift *) ward in OesersHause geschrieben, und Oesers feiner andcutenderGeist ist bis auf die hohe Liebe zur Allegorie in ihrmerkbar. Ein Freund, ein Künstler, sollte dasVerdienst haben, das Lein Begüterter, Satter undGrosser sich zu erwerben wußte, den Keim, derin Winkelmann lag und den niemand erst hin-einlegen durfte, hervorzubringen und zu entfalten.In diesem Schriftchcn, und in den beyden Schreibendie drauf folgten, liegt, dünkt mich die ganze Knospe
von
*) Gedanken von der Nachahmung der griechischenWerke. Dresden ,757.