stein zuletzt umringt, von einer Kuael, die sie insSchloß schoßen, nuf der Mauer getroffen, lebte noch24 Stunden, hörte die Fürsten und Herren allesehr freundlich zu ihm sprechen, und starb. AlsLuther von seinem Tode hörte, wollte ers zuerstnicht glauben. Da die Nachricht sich bestätigte,ward er tiefsinnig und brach aus: „Der Herr ist
gerecht, aber wunderbar. Er will seinem Evange-lium nicht mit dem Schwert helfen." Wie alleGuten den Tod dieses Mannes bctraurt haben, be-darf keines Worts. Er war und fiel wie Brutus;und nicht um ein Phantom politischer Freiheit sieler, sondern um Wahrheit, Licht, Recht, Billigkeit,den Gebrauch und Genuß der edelsten Güter desMenschengeschlechtes.
Die meisten Aufklarer des südlichen Deutsch-lands, aus dem, wie bekannt ist, in den HülfS-wissenschaftcn daS meiste Licht ausging, hat er ge-schützt, ernährt, beherberget, verfochten: Aguila,Patricias, Bucer, Schwebe!, Reuch-lin, O e co la m pa d ius. L u t h e r n selbst luder mehr als einmal zu sich ein; sein Freund Hut-ten hat ihn nur drei Monate überlebet.
Mit gebrochnem Herzen ging dieser der Schweizzu, Rettung zu suchen; fand aber unterwegszum Unglück noch einen ehemaligen Freund, derchm völlig das Herz brach. Erasmus wareben auch zu Basel; der scheuete und verlaug-nete nun nicht blos den armen, vertriebnen,oder wie er sich ausdrückte, schäbichten Edel-mann, den er vormals zum Himmel erhoben