großer und weiser Männer. 97
verdienter Mann von mehr als Einer Seite, Reuch-lin, war, zu Herzen: er machte sich mit seinem
Schul- und Busenfreunde Crotus auf, ihm ge-gen den Ketzermeister Höchst raatcn und mehrereFakultäten privilegirtcr Verfolger, dis rechtlichwütheten, durch ein Mittel zu helfen, das mehrals eine Deduktion wirkte, er schrieb die luxmtolusoksauroruin viroruin. Daß Erotus daran Theilgehabt, ist unlaugbar; sie aber deswegen, weilErotus mitgcholfen, dem Hutten ganz absprechcn zuwollen, ist eben so Unnoth, als sie gar dem Eras-mus zuzuschrcibcn, der unter allen Sterblichen siewohl am wenigsten schreiben wollte.
Kurz, diese Schrift Huttens überwand fürReuchlin mit. Sie traf so scharf, schied Mark undBein, stellte die Pfefferkorne, Ortuini und alle ih-res Gelichters so 'ganz dar, daß cS weiter keinesLaugnens bedurfte. Unglaubliche Wirkung machtediese Schrift, als sie erschien; auch auswärtige Na-tionen schätzten sie, obgleich für sie die feinste Spitzedes Salzes verlohren ging: denn das Deutsch-latein, die deutschen Mvnchsgelahrten Sittensind in ihr das Hauptwerk; eine Nationalsatyre vollGeist, Feuer, Witz und äußerst genauer, ttiffenderDetailwahrheit *).
Ob diese Briefe, uns Mehrere Hnttensche Gespräche,die in der Sammlung Uasgnilloruni I, s. Llsn-rberop. 1844. stehen, Pasquille oder Saty-ren sind? muß nicht aus dem Geist unsrer, son-dern der damaligen Zeit entschieden werden. Wie
Herders Werke z. Phil. u. Gesch. XIII. G lUkl-re.