großer und weiser Männer. 9t
Hutten studirte in Kölln, und das war, wiewir auch aus der Geschichte Luthers wissen, damalsmir ein Hauptnest der Philosophaster und Theologa-ster. Der Eckel, den Hutten früh an dieser Bruthatte, gab ihm, noch unbestimmt, wie sein Unmuthausbrechen würde, den Stoff zu den episwli» obs-eurorurrr virorum, dem späteren kühnen Werkseines Lebens. In Fulda war Crotus Rubia-nus, sein nachmaliger Mitarbeiter an diesen Brie-fen, sein Mitschüler gewesen, ein Freund, der ihmbis ans Ende treu blieb. Und da in Kölln alle dieOriginale, insonderheit der Avavi 85 iiNus Ortuinus,die das künftige Heldengedicht galt, lebten; so istdies abermals eine Probe, wie das Meiste, das wirin unserm Leben thun, von Verbindungen und Um-standen hcrrühret, in die uns frühe die Vorsehungsetzte. Die Morgcnrölhe des Lebens, Jugendeindrü-cke, frühe Freunde, Situationen von Juqcndhaßund Jugendliebe — sie machen meistens den An-klang unsrer Bestimmung. Sie weben das Grund-gewebe, in welches spätere Schicksale und eine reife-re Vernunft nur den Einschlag geben.
Hutten ging überdrüßig vonKölln nach Frank-furt, dessen reihende Lage er, vermuthlich für sei-nen Eitelwolf, in Versen beschrieb. Freund-schaft also lockte den ersten Sproß des jungen Dich-ters hervor; diese Muse verließ ihn auch nickt inseinem ganzen Leben.
Jugendliche Unruhe trieb Hutten hierauf nach