großer und weiser Männer. L5
werschloßnen Heiligthümern des Worts Gottes undder morgenlandischen Weisheit den verödeten Wegwieder gebahnet; Morgenland nicht dies wieder ge-funden, sondern auch verfochten bis ans Ende seinesLebens, und es von dem ihm gedroheten Untergange
als ein Held, der sich aufopferte, gerettet.-
Wem dicß Alles noch zu wenig seyn möchte, einenMann von solchem äußern Verdienst zu ehren,dem würde alle Predigt über seine innere Größewenig behagen.
Und doch bleibt diese wohl der edelste Zug sei-nes Charakters: die Seele nämlich, womit er all
jene Verdienste sich erwarb und beseelte. Es herrschtin seinen Aufsätzen, selbst bis auf seine Vorreden(z. E. zu seinem ebraischen Wörterbuch an seinenBruder) seine Vertheidigungen der Kabbala und derSabbinen, eine Stille und Tiefe des Geistes,die da zeigt, daß er die Perle funden habe, undüber die Schalen und Hüllen der Wissenschaft ihrenKern gekostet. Seine Briefe und sein Betra-gen zeigen eine ausserordentliche Mischung tieferStarke und heidenmäßiger Bescheidenheit, nachgebenzu können, als ob er nichts wäre, und ein unüber-windlicher Fels zu seyn für Recht und Wahrheit.Er sah die Literatur, zumal die Morgenlandischean, wofür man sic ansehen sollte, hatte tiefes Ge-fühl für ihre innere Kraft, Gottheit und edle Ein-falt. Selbst wo er, zu nahe den Nabbinen undder damals blühenden Platonisch - Pythago-ras sehen Philosophie, uns überspannt scheint,sieht man den Menschen von Kraft und Weisheit.Auch den Streit gegen die Pfeffer kor ne und