narvla stand eigentlich keinen bürgerlichen Geschäftenvor, er verwaltete kein Staatsamt, und kam wederauf Markt noch Rathbaus. Die ihn um Nach frag-ten , kamen in seine Zelle und der Ort, wo er aufsVolk wirkte, war die Kanzel. Als er dem Königein Frankreich entgegen geschickt ward, hatte ihn dieRepublik dazu, als einen Mann von Beredsamkeitund Klugheit, gewählet: und ich weiß nicht, wel-
cher Bürger oder Geistliche dem Staate in solchemNothfalle bcizustehen, sich weigern dürfte? Auch inden Reden scheints, daß seine Wirkung aufs Volkvon Rcligionsgestchtspunkten ausging. Er deklamirtezuerst gegen öffentliche Laster, Acrgernisse, Ueppig-keit u. s. f. wo cs denn, in einem Freistaate zumal,schwer hält, die Grenzen zwischen dem Allgemeinenund Besonder» zu finden. Auch kann mans nichtläugnen, daß eigentlich der Geist der Reformationund der Wissenschaften diese Grenzen erst recht be-stimmt hat; vorher, in den Mönchszeiten, gingAlles durch einander. Wir thun also wenigstensUnrecht, ihn mit dem Maaßstabe einer fremdenZeit, oder eines andern Verhältnisses der Ständezu messen. Selbst Machiavell ist dieses nichtin den Sinn gekommen, so schlecht er das Dingansah! warum? weil er im Geist der Sitten derZeit und des Landes dachte. Auch Guicciardi-ni, EomineS, Jovius sprechen mit Hochach-tung oder wenigstens Mäßigung von ihm, und derneuere Schriftsteller, der in einer akademischen Ju-gendübung *), die wohl blos eine politische Ehrie
*h> I. l?, Luääei exeroltLt. polir,, llistoa. äs