großer und weiser Männer. 77
von großen Talenten, von warmem Herzen, großerund guter Absicht. Der Verfasser dieses Aufsatzeshat nur ein Schriftchcn von ihm, von der christ-lichen Einfalt und einige geistliche Brie-fe gelesen; in beiden aber viel scharfe Blicke, rei-nen Sinn und Ausdruck, ja selbst oft viel von derchristlichen Einfalt gefunden, die er so sehr lobet.Diese Schriften machen nothwendig auf die Redenbegierig, mit denen er eine Zeitlang Florenz um-kehrte und so große Wirkung gethan hak; da diemeisten ihm aber nur nachgeschriebcn sind, und ecsich über so viele Lügen und Halbwahrheiten, dieman ihm nachtrüge, beschwert, so sind sie vielleichtauch nicht immer richtig. — Wer in diesem Be-tracht sein Bild am hellsten gcmahlt sehen will, darfnur seines Freundes, des jüngern Pikus, Lebenvon ihm lesen. Savonarola erscheint in ihm fastnicht als Mensch mehr, sondern als Heiliger undEngel; gerade aber das thut seiner Sache bei denMeisten Schaden. Uebcr einen Glanz, den mannicht ertragen kann, kann man auch nicht urtyeilcnund wenig in ihm unterscheiden.
Als Haupt einer Parthey, als Dema-goge in der Republik betrachtet, verflicht die Sachesich noch mehr. Mr. findet» schlechthin trss-
kiurrinsils, daß ein Geistlicher sich in Geschäfte desStaats mische. Er mag sehr recht haben, wennSavonarola zu unfern Zeiten und etwa gar in mo-narchischen Städten lebte; damals aber war leider lnoch ein ander Mönchs - Eostums; und in einerRepublik-, zumal in einer Erisis, wie damals Flo-renz war, wird offenbar, die Sache anders. Savs»