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Zur Philosophie und Geschichte Theil 13 (1820) Nachlese historischer Schriften
Entstehung
Seite
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wo sich diese drey Göttinnen vereinigen, die Begeiste-rung eine Art von Enthusiasmus selbst für die Wahr-heit werden können: und solch ein liebenswürdiger

Schwärmer war Abbt.

Ich sage nicht, daß sein Gefühl für alle dreyGattungen gleich stark gewesen wäre: dicß ist sel-ten, oder auch halb unmöglich: denn wenn eine Artzu stark wird, so schwächt sie die andre. Sein Ge-fühl für Dichter war nicht bis zur Dichterey: seineNeigung zu den schönen Künsten nicht bis zur Haupt-beschäftigung : er blieb auf der Mittelseite der

menschlichen Empfindung, von da er die Sai-ten des ästhetischen Geschmacks, und des moralischenGefühls gemeiniglich zu berühren pflegt, wie ich anverschiednen Stellen diesem Gange seiner Seele mitVergnügen nachgeschlichen bin. Da auch sein Ge-fühl mehr heftig als zart ist: so hat mich beydiesen Urthcilen oft gedünkt, als wenn mir jenerHeld Homers, der an Weisheit fast dem Jupiterglich, vor Augen stände: „wie er mit starker Stim-me Worte aus seiner Brust läßt, die Zügen vonSchneeflocken gleichen."

Schars und richtig ist sein Urtheil; dennes ist vom gesunden Verstände gebildet, der da über-leget, vergleichet, schnell zusammenfaßt und spricht.Nicht ist dasselbe unter Büchern abgestumpft, ver-härtet und eigensinnig gemacht; sondern nur mehrgesellet und berichtiget: nicht ists durch die gelehr-

ten Düfte eines Viehstalles, den man jener franzö-sischen Herzogin zur Kur vorschlug, und uns zurBildung verschlägt, zum Empfinden eingeweihet: