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I. Gallerie
Weisheit gemeinschaftlich mit der Sprüche gebildet:beide gingen in gleichem Schritt fort: und jene
wuchs in dieser, wie auf eignem Grund und Boden.So ober nicht mit den NeuerN: so nicht Mit unsrerSprüche. Hier bekommen wir Begriffe aus frem-den Gegenden, in unsre Sprüche zu verpflanzen:sie kommen übet Meer und Land, um bei unsWohnplütz zu ncbmcn. Kann es hier nicht seyn,baß ich neue Worte schaffen, daß ich Metüphernzu Hülfe nehmen Muß, Um mich deutlich zu ma-chen ? Niemand kann dies laugnen, der die Eigen-heit, oder den Eigensinn jeder Sprache, oder ihreDürftigkeit fühlet: wie aber und Mit welchem Glückein Schriftsteller diese ArMuth ersetzt, diese Eigenheitbehandelt, und wie Abbt sie behandelt? Hierhilft alles Vernünfteln im Ganzen nichts; suchrProben, urtheile über einzelne Falle, oder schweige!
So komme ich also von ungefähr auf düs Ei-gensinnige im Ausdrucke, was man in einer Sprü-che, oder einem ihrer Schriftsteller findet: UNd hier
ist mir Abbt ein schätzbarer Schriftsteller, in seinemSallust ein schätzbarer Uebersetzer. Er kennet dasSchroot und KorN der Unsrigen, und sucht starkeWorte zu prägen, alte Müchtworte hervorzusuchen,die Wortfügung Nach feinem Zweck und der Eigen-heit unsrer Sprüche zu lenken: freilich also unge-
wohnt zu lesen, schwer zu übersetzen. Aber Webwill sich denn leicht lesen, und in Französisch Deutschübersetzen lassest? Nach einigen Jahren wird viel-leicht ein Sprachforscher an ihm sitzen, ihn wagen,seine Besonderheiten prüfen, uNd endlich sagen:„Dieser Schriftsteller arbeitete für die Sprache, und