bcnsact angegeben: und hoffe jeden auf meiner
Seite zu haben, der bey sich nachftägt, wie mäch-tig die ersten Eindrücke des Lebens in uns wirken:und daß, wenn die reifern Jahre uns fceylich Ma-terialien zum Denken verschaffen, die erste Jugendgleichsam die Form bilde, in welche sich unsre Be-griffe gießen, nach welcher sie sich modeln. Stärkeund Schwache unsrer Augen ist eine Gabe der Na-tur ; aber zu welchen Aussichten, zu welcher Nähe,zu welchem Sehwinkel wir uns gewöhnen, von wel-cher Seite, und so gar oft in welcher Farbe wir dieGegenstände erblicken wollen; dieß kommt auf diefrühe Bildung an. Und da muß doch wohl, denkeich, der, so in einem mittleren Stande, unter ge-schäftigen Bürgern geboren ist, der die ersten Ein-drücke in dieser Welt von Menschen bekommen, siezu sehen, zu kennen und lieben zu lernen, Gelegen-heit gehabt; dieser muß doch eher das Gcburtsrcchkhaben, ein P h ilosoph des gemeinen Man-nes zu seyn; als der am Hofe, oder unter Bü-chern das Licht einer ganz andern Welt erblickte —Will indessen jemand diesen letzten Umstand als Bcy-trag zur Denkart Abbls nicht annehmen, oder ihngar unter Huarts oder Hclvetius Träumesetzen — meinetwegen! Ich werde es ihm nichtdurch Instanzen zu erweisen suchen, daß unsre blosgelehrte Erziehung den guten gesunden Ver-stand über Dinge des gemeinen Lebens eherunterdrücke, als..wecke, eher die Eindrücke mensch-licher Obliegenheit schwäche, als stärke: die Ge-
sichtspunkte bürgerlicher Beziehungen öfter entfer-ne , als beranrückc. Ich werde nicht weitläuf-lig untersuchen: warum wir so wenig Schrift-
steller