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1. Gallerie
Namens, alle Gedanken in guten Büchern für gött-lich; und gute Gedanken in mittelmäßigen Büchernfür schlecht halten? — Und siede! dies sind dieVortheile unsrer Gelehrsamkeit aus Journalen! Wirlaufen durch Auszüge hin: sehen viel, und nichts
ganz, und erwerben uns ein Compcndium des Verestandes. Wir lesen Urtheile, die uns entweder irreführen, oder doch gemeiniglich leer lassen; so wieder Schein des Mondes leuchtet, aber nicht erwär-met. Wir lernen Fehler finden, statt Schönheitenzu kosten, und erreichen es also, gelehrt scheinen zukönnen, ohne selbst ein Sohn der Weit heit zu fern.In der That, so wie in der bürgerlichen Welt, derartige Umgang, sich von Nichts unterhalten zu kön-nen, das wirkliche Commercium menschlicher Geisterund Herzen merklich geschwächt hat: so geben sich
unsre Kunstrichterscelen auch alle Mühe, durch ihreGelehrsamkeit und Scharfsinn die süßen Augenblick«uns zu rauben, da wir den Geist des andern sehen»und uns nach ihm bilden.
Ich wills versuchen, diese eigne Manier Abbtszu zeichnen, denn seine Eigenheit ist meistens Vor-zug. „So*), wenn an den Ufern des Eurotas,„oder auf den Anhöhen des Cynthus Diana ihre„Chöre übt: rings um sie, von allen Seiten um-„gebcn sie Tausende ihrer Orcaden: sie aber, den
„Köcher auf ihrer Schulter, fortschreitend, ragt her-„vor über alle Göttinnen; und geheime Freuden„wallen in der Brust Latonens auf;" so werden wirAbbl, wenigstens in Gedanken oft mit andern zu-
*) Virg. ^.sneick L.. I. v. boa.