g r o ß e r u n d we i s e r M a n n e r. lg
Fe zu verdummen, weil er dieses fliegende Blatt ge-schrieben : Denn welch unermeßliches Feld dazwi-
schen sey, fromm zu schreiben, als Gelehrter, undfromm zu denken, als Mensch; dieß Feld mögendie ausmessen, die Abbt in die Holle werfen, weiler ein Aviv da Fe, und sich in den Himmel setzen,weil sie Predigten schreiben können.
Wo ich indessen nöthig habe, Abbt als Menschauftreten zu lassen, da werde ich auf seine Lebensbe-schreibung einen Seitenblick werfen. Ich empfehlesie meinen Lesern als Einleitung und Grundlage zumeiner Schrift: denn so wie ich nicht ohne dieselbe
halt« schreiben können: so kann ich auch nicht ohnedieselbe gelesen werden. Ueberdem so verrath sicheben dadurch die Meisterhand eines Biographen, daßsie von AbbtS Werken auf seinen Geist, und vonseinem Geiste auf seine Werke schließt: eins aus
dem Andern erkläret, und Abbt den Mensche»und Freund neben Abbt den Schriftstel-ler zu stellen weiß. Indessen wiederhole ichs, daßmeine Blicke auf dieses Feld bloß Seitenblicke blei-ben werden.
Ich schranke mich noch mehr ein: ich ziehe dieLinien zu meinem Bilde blos nach dem verjüng-ten Maasstabe seiner wenigen, unvol-lendeten Schriften. Freylich sind diese lebendigenAbdrücke von dem Geiste ihres Verfassers, da erkeine Larve um sich genommen; allein nie erschö-pfen sie seine Gesichtszüge. Hat man seinen Au-tor als Freund gekannt, als Schüler lebendiggehört: so studiert man ihn in weniger Zeit tiefer,als in desn rodten Lesen seiner Schriften es je ge»
B 2