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I. Gallcrie
Ich hätte mit meiner langen schweren Vorredevielleicht zu weit ausqcholt, wenn ich nicht eben densonderbaren Weg cinfchlüge um cs desto deutlicher zusagen; wie viel ich liefern sollte, und wie wenig ich.liefern kann?
Abbt hat sich selbst geschildert, aber nurals Schriftsteller: ich betrachte also nur eine
Seite seines Geistes, das Gelehrte Denken, oh-ne cs zu unternehmen, sein Menschlich Denkenzu entwerfen. Ich weiß, -daß bepde Seiten sich ein-ander erklären, wie bey den Münzen Bild und Ge-genbild ; ich fühle auch so gut, als jemand, diemächtigen Züge der Aufrichtigkeit, Treue und Wahr-heit, mit welchen Abbt aus seinem Geist und ausseinem Herzen schreibt: ich werde diese Züge auch
sehr nutzen. Aber im Ganzen bin ich nicht so sehrauf der Seite derer, die in die Schriften, als ineinen Spiegel des Herzens und der menschlichenGesinnungen sehen wollen; ich beschcide mich, daßich über einen Schriftsteller schreibe. — Und dieseBescheidenheit wird mich aus mancher Verlegenheitreißen. Ich werde Abbt freylich nicht in die ersteClafse der Verdienstvollen setzen, weil er vom Ver-dienst geschrieben: denn er zeigt uns selbst die gro-
ße Kluft, die vom Gedanken bis zur Thal ist.Ich werde ihn freylich nicht unter die Helden setzen,die den Tod fürs Vaterland starben, weil er denTod fürs Vaterland angepriesen: denn sicherlich
würde ein Held, der vor der Schlacht vom Todefürs Vaterland schreibt, nicht wie Abbt geschriebenhaben. Ich werde dafür aber auch entübriget seyn,ihn einen leichtsinnigen zu schelten, und zum Avto da