großer und weiser Männer. 9
feyert wird. So wie dort der weise Idiot Griechen-landes sich aus Athen, an seinen Zauberort schlich,neben einer murmelnden Quelle unter dem Schatteneines Ahorns niedersank, an der Seite seines Lieb-lings sein Gesicht verhüllte, und Geheimnisse derSchönheit sah, und sprach Dithyrambische Worte:so sehe ich unsern Sokrates mit gesenktem Haupteüber der Asche seines Freundes sitzen, und über diegroßen Worte: Menschliche Bestimmung,Unsterblichkeit der Seele denken. Vorüber-gehender Wanderer! setze dich neben ihn, und werdesein PH adon: denn wisse, dieser Lrt ist heilig!
Lies, als hörtest du noch aus dem Grabe dieStimme des philosophischen Zweiflers: und alsdenn
denke, wie wenn du seinen unsterblichen Schattenvor dir sähest. In welch großem Verstände hast dudas Andenken dieses würdigen Tobten ge feyert.wenn du von seinem Grabe weiser und tugendhafterzurückkehrest.
Aber von welchem Contrast wird mein Augebestürmt, wenn ich auf einmal eine Prasica *) ge-wahr werde, die in dem Leichenzuge mithinkt! Jaleider! da steht sie! buchstabiret dem Vater des Ver-storbenen die Worte: Dein — einziger —
Sohn ist todl! in den drey herzbrechenden Stro--phen voll würgender Donner vor: in drey andernbestürmen Blitz, und Feuer und Geheul und Don-ner und Geräusch und Flammen unser Dhr; biswir darauf die Lebcnsumstände des Tobten Stück vor
') S., Ode aus Lbbls Tod an seinen Water. Ulm 1767..