354 IV. Auch eine Philosophie
losophen! — gezeichnet: kannsts nicht für väter-lichen Heerd, Vatersitten, Tugend und Daseyn er-ziehen — es mangelt dir also schon immer Kreisund da alles verwirret ist, und läuft, die er leich-te cndste Triebfeder der Erziehung, Ab-sicht. Mußt besorgen, daß, so bald es dir ausden Händen gerissen wird, es mit Einmal insgroße Lichtmeer des Jahrhunderts, Abgrund!sinke — Versunkenes Kleinod! unwiederbringlicheExistenz einer Menschensccle! der blüthenreiche Baum,zu früh aus seiner Muttererde gerissen, in eineWelt von Stürmen verpflanzt, denen der här-teste Stamm oft kaum bestehet, vielleicht garÜahin eingepflanzt mit verkehrtem Ende, Gi-pfel statt Wurzel, und die traurige Wurzel in derLuft — er droht dir in' kurzem da zu stehen, ver-dorret, scheußlich, Btüthe und Frucht auf der Er-de — Verzweifle nicht im Hefen des Zeitalters!was dich auch drohe und hindere — erziehe. Er-ziehe um so besser, sicherer, fester — füralle Stände und Trübsale, wohin er gewor-fen werde! für Stürme, die auf ihn war-ten! Unthätig seyn kannst du doch nicht: böse odergut erziehen mußt du: gut — und wie größereTugend! wie größerer Lohn, als in jedemParadiese leichterer Zwecke und einförmi-ge r e r Bildung. Wie nöthiger hat jetzt die WeltEinen der simplen Tugend Erzognen, als siesjemals hatte! Wo alle Sitten gleich undalle gleich eben, recht und gut sind — wasbrauchts Mühe! Gewohnheit erzieht, und Tu-gend verliert sich in bloße Gewohnheit. Aber hier!Ein. leuchtender Stern in der Nackt! Demant un-