340 IV. Auch eine Philosophie
die insonderheit noch immer „das Herz des unschul-digen Kindes" wegfübrl! Kindheit des Ge-schlechts wird auf Kindheit jedes Indivi-duums wirken: der letzte U n m ündige noch imersten Morgenlande geboren! —
Die Jünglinge aller sogenannten feinen Litera-tur und Kunst sind die Griechen: was weiter liegt,ist dem Gesichte des Jahrhunderts vielleicht zu tief,zu kindisch; aber sie in der rechten Morgenröthe derWeltbegebenheitc», was haben sie auf all ihreNachzcit gewirkt? — Die schönste B l ü t h edes m e n s c h l i c h e n Geistes, des Helden-muths, der Vaterlandsliebe, des Frey-gefühls, der Kun s t l i e b h a b e re y, des Ge-sanges, des Tons der Dichtung, desLautes der Erzählung, des Donnersder Beredsamkeit, des Ausbruchs al-ler bürgerlichen Weisheit, wie es jetzt ist,ist ihr. Sie dahin gestellt: ihnen Himmel, Land,Verfassung, ein glücklicher Zeitpunct gegeben: sie
bildeten, erfanden, nannten: Wir bilden und nen-
nen noch nach — ihr Jahrhundert hat ausgccich-tet! — Aber nur einmal ausgerichtet! daMenschengeist mit allen Kräften es zum zwey-tenmale wecken wollte — der Geist war Staub;der Sprößling blieb Asche: Griechenland kam nichtwieder.
Römer, die ersten Sammler und A u s-theiler der Früchte, die, anderweit vorher ge-wachsen, jetzt reif in ihre Hände sielen. Zwar muß-ten sie Blüthe und Saft an seinem Orte lassen: