33s IV. Auch eine Philosophie
Als solcher, ists unser Vorzug, unsre Mit-tel der Bildung so bescheiden zu schätzenund anzu rechnen. Geistlicher Stand,daß die Welt nie so menschlich, theologischaufgeklärt: weltlicher Stand, daß sie nie somenschlich, einförmig, gehorsam- und ord-nungsvoll: unsre Gerechtigkeit, daß sie nies- menschlich und friedeliebend endlich unsrePhilosoph ie, daß sie nie so menschlich undgöttlich gewesen sey als jetzt —- durch wen? —da zeigt jeder auf sich! „Wir sind die Aerzte,die Heilande, die Aufklärer, die neuenSchöpfer — die Zeiten des tollen Fiebers sindvorbey" — Nun ja Gottlob! und der schwind-süchtige Kranke liegt da so ruhig im Bette, wim-mert und — danket! dankt; aber ob er auchdanke? Und wenn ers thate; eben dieser Dankkönnte er nicht als Kennzeichen seiner Ve rsalle n-heit, Kleinmuts), und der zagendstenMenschheit eben gelten? Wie wann sogar Em-pfindung eines andern bessern mit demGenüsse entflohen wäre? daß ich mich selbst, da ichdies schreibe, vielleicht den giftigsten, höh-nischsten Seitabverzerrungen aussetze?Wenns eben schon genug wäre, daß wir denken,haben Manufakturen, Handel, Künste,Ruhe, Sicherheit und Ordnung — UnsreNegierungen mit nichts mehr in sich zu käm-pfen: unsre Staatsverfassungen werden groß;— so weiten Blick umher! -v so weit umher, soferne voraus spielend — Welche Zeit konnte das?Also! so sprechen unsre Staats-, Handels- undKunstgeschichte. -- -Man glaubt Satyre zu lesen,