der Geschichte der Menschheit. 297
nen mit Rauch und Flammen gestopft, oder ihrWort fand noch keine freye Luft, wo es tönte —aber nun ist Frühling: die Erde öffnet sich, die
Sonne brütet, und tausend neue Gewächse gehenhervor-^ Mensch, du warst nur immer, fastwider deinen Willen, ein kleines blindes Werk»zeug.
„Warum ist nicht," ruft der sanfte Philosoph,„jede solcher Reformationen lieber ohne Revo-lution geschehen? Man haste den menschli-chen Geist nur sollen seinen stillen Gang„gehen lassen, statt daß jetzt die Leidenschaften im„Sturme des Handelns neue Vorurtheile gebah-„ren, und man Böses mit Bösem verwechselte"Antwort! weil so ein stiller Fortgang desmenschlichen Geistes zur Verbesserung derWelt kaum etwas anders als Phantom unsrerKöpfe, nie Gang Gottes in der Natur ist.Dies Samenkorn fällt in die Erde! da liegks understarrt; aber nun kommt Sonne, es zu wecken:da brichts auf: die Gefäße schwellen mit Gewalt
auseinanderes durchbricht den Boden — soBlüthe, so Frucht. — Kaum die garstige Erdpiltzewächst, wie dus träumest. Der Grund jeder Re-formation war allemal eben solch ein kleinesSamenkorn, fiel still in die Erde, kaumder Rede werth: die Menschen hattcns schon lan-ge, besahens und a chte ten s nichtabernun sollen dadurch Neig» n ge n , Sitten, eineWelt von G cw 0 hn heit e n geändert, neu ge-schaffen werden — ist das ohne Resolu-tion, ohne Leidenschaft und Bewegungmöglich? Was Luther sagte, hatte man lange