I
der Geschichte der Menschheit- 289
Niet! eure Feste, weicher Sandboden vollSilberkörner, wo nichts wächst! Wie esauch sey, gebt uns in manchem Betracht eureAndacht und Aberglauben, Finsternißund Unwissenheit, Unordnung und R 0-h i g k e i t d e r S i tten, und nehmet unser Lichtund Unglauben, unsere entnervte KalteUnd Feinheit, unsere philosophische Ab-gespanntheit und menschliches Elend!^-Ucbrigcns aber freylich muß Berg und Thal glan-zen, und das dunkle, feste Gewölbe konnte— nichts anders seyn, als dunkles, festesGewölbe Gothisch!
Niesenschritt im Gange des MenschlichenSchicksals! Nehmen wirs bloß, daß Verderb-nisse vorher gehen, um Verbesserung, Ord-nung hervor zu bringen — ein großer Schritt! Umdas Licht zu geben, war so größer Schatten nö-thig: der Knoten mußte so fest zugezogen werden,damit nachher die Entwicklung erfolge: mußtees nicht g ä h r e n, um den hefenlosen, rei-nen, göttlichen Trank zu geben? michdünkt, das folgte unmittelbar aus „der Lieb liNgs-P h i l 0 sop h ie" des Jahrhunderts- Da könnt ihrja herrlich beweisen, wie so viel Ecken erst habenmüssen gewaltig abgerieben werden, ehe dasrunde, glatte, artige Ding erscheinen konn-te, was wir sind! wie in der Kirche so viele Gräuel,Jrrthümcr, Abgeschmacktheiten und Lä-sterungen vorher gehen, alle die Jahrhun-derte nach Verbesserung ringen, schreyen und
Philos. und Gesch. II, Th. T