282 IV. Au c h e in e P h ilo sop k ie
großen Lücken der bloß kriegerischen Le-tz e n s v e r f a s s u n g , wo sie an Wissensctzaf-ken, Rechtspflege, und Einfluß auf dieDenkart alles ausfüllte, überall unent-behrlich und gleichsam Seele zu Jahrhunder-ten wurde, deren Leib nichts, als kriegerischerGeist und sclavischer Ackerbau war —konnte eine andere Seele, als Andacht, die Glie-der binden, den Körper beleben? war im Ra-che des Schicksals der Körper beschlossen: welcheThorheit , außer dem Geiste der Zeit, über seinenGeist zu wahnen! Es war, dünkt mich, eini-ges Mittel der Progression!
Wem ists nicht erschienen, wie in jedem Jahr-hunderte das sogenannte „Ehristenthum" völlig Ge-stalt oder Analogie der Verfassung hat-te, mit oder in der es existirte!" Wie eben derselbeG othische Gei st auch in das Innere undAeußere der Kirche eindrang, Kleider undEere monien, Lehren und Tempel formte,den Bischofsstab zum Schwert schärfte,da alles Schwert trug, und geistliche Pfrün-den, Lehen und Sclaven schuf, weils überall nur solche gab. Man denke sich von Jahrhun-derten zu Jahrhunderten jene ungeheurenAnstalten von geistlichen Ehrenämtern,Klöstern, Mönchs-Orden, endlich später garKreuzzügen und der offenbaren Herrschafter Welt — ungeheures Gothisches Ge-bäude! überladen, drückend, finster,geschmacklos — die Erde scheint unter ihm zusinken — aber wie groß! reich! überdacht!