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Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
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281
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der Geschichte -ec Menschheit. 28-

Werke wirkt? Auf einem menschlichen Schau-platze laß alle menschlichen Leidenschaftenspielen! in jedem Zeitalter sie dem Alter gemäßspielen! so in jedem Weltthcile, in jeder Nation!die Religion soll nichts, als Zwecke durchM enfchen und für Menschen bewirken -Sauerteig oder Schatz: jeder tragt ihn in seinemGefäße, mischt ihn zu seinem Teige! und je seinerder Duft ist, je mehr er an sich verflöge, destomehc muß er zum Gebrauche vermischt wer-den. Ich sehe in der Gegenmeynung keinen mensch-lichen Sinn.

Und so war nun auch, bloß physisch und immenschlichen Sinne zu reden, eben die Zumischungder christlichen Religion die gewählteste, die mansich fast denken kann. Sie nahm sich, bey dertäglich überhand nehmenden Noth derArmen an, daß selbst Julian ihr dies ein-schmeichelnde Verdienst nicht ablaugnen konnte. Siewar in noch spakern Zeiten der Verwirrung ein-ziger Trost und Zuflucht gegen die allge-mein e B e d ran gn i ß, (ich rede nicht, wie dieGeistlichen das immer gebrauchen?) ja, seit dieBarbaren selbst Christen waren, wurde sie allmäh-lich wirkliche Ordnung und Sicherheitder Welt. Da sie die reißenden Löwen zähmte, undüberwand die Ueberwinder welch ein beque-mer Teig, um tief einzudringen, weit undewig zu wirken! Die kleinen Verfassun-gen, wo sie alles umschlingen konnte; dieweit abgesonderten Stande, wo sie gleich-sam allgemeiner Zwischenstand ward: die