Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
279
Einzelbild herunterladen
 

aufkcimen oder aufkommen, oder sich einstcblen kön-nen man nenne es, wie man wolle. Das mensch-liche Geschlecht mußte zu dem Deismus so vielJahrtausende bereitet, aus Kindheit, Barba-rei), Abgötterei) und Sinnlichkeit allmählichhervor gezogen; seine Seelenkräfte durch soviele National - Bildungen, orientalische,Aegyptische, Griechische, Römische u. s. w., alsdurch Stufen und Zugänge entwickelt seyn,ehe selbst die mindesten Anfänge nur zu^ Anschau-ung, Begriff und Zugestehung des Ideals vonReligion und Pflicht und Völkerverbin-dung gemacht werden konnten. Auch als Wer k-z e u g allein betrachtet, schicns, daß der Römi-sche Eroberungsgeist vorher gehen muß-te, überall Wege zu bahnen, einen politischenZusammenhang zwischen Völkern zu machen,der voraus unerhört war, auf eben dem Wege To-leranz, Ideen vom Völkerrechte in Gangzu bringen, in dem Umfange voraus unerhört!Der Horizont ward so erweitert, so auf-geklärt, und da sich nun zehn neue Na-tionen der Erde auf diesen Hellen Horizont stürz-ten, ganz andere neue Empfänglichkeiteneben für die Religion mitbracht en, sie bedurf-ten, sie allesammt in ihr Wesen verschmelzten Ferment! wie sonderbar bist du bereitet! undalles aufdich zubereitet ! und tief und weitumher eingemischet! hat lang und stark ge-trieben und gegähret was wird es nochausgäh ren?

Eben das also, worüber man meistens so wi-