278 IV. Auch eine Philosophie
in der Anwendung jedes Zeitalters geworden?) siesollte eigentliche Religi 0 n der Mensch-heit, Trieb der Liebe, und Band allerNationen zu einem Bruderheere wer-den — ihr Zweck von Anfang zu Ende!Eben so gewiß ifts, daß sie, (ihre Bekenner mö-gen späterhin aus ihr gemacht haben, jwaS sie woll-ten,) daß sie die Erste gewesen, die so reinegeistige Wahrheiten, und so herzlichePflichten, so ganz ohne Hülle und Aber-glauben, ohne Schmuck und Zwang ge-lehret: die das menschliche Herz so allein, soallgemein, so ganz und ohne Ausnahmehat verbessern wollen. Alle vorigen Religionen derbesten Zeiten und Völker waren doch nur engenational, voll Bilder und Verkleidun-gen, voll Cercmonien und National-G eb r ä u ch e, an denen immer die wesentlichenPflichten nur hingen und hinzugefügt wa-ren— Kurz, Religionen eines Volks, einesErdstrichs, eines Gesetzgebers, einerZeit! diese offenbar in allem das Gcgentheil.Die lauterste Philosophie der Sitten-lchre, die reinste Theo.rie der Wahr-heiten und Pflichten, von allen Gesetzenund kleinen Landverfassungen unabhängig; kurz,wenn man will, der m e ns c h e n l ie b e n dsteDeismus. —
Und sonach gewiß Religion des Weltalls.Es Habens andere, und selbst ihre Feinde be-wiesen, daß eine solche Religion gewiß nicht zu an-derer Zeit, früher oder spater, hatte