der Geschichte der Menschheit. 276
darf doch bey unserm christlichen Jahrhundert nichterst um Verzeihung bitten, daß ich von ihr als ei-ner Triebfeder der Welt rede — betrachtesie ja nur als Ferment, als Sauerteig, zuGutem oder zu Bösem — wozu man noch will.
Und da verdient der Punct, von zweySeiten mißverstanden, einige Erörterung.
Die Religion der alten Welt, dieaus dem Morgenlande über Aegypten nachGriechenland, und Italien gekommen , warin allem Betrachte ein verduftetes, kraftlosesDing geworden, das wahre Laxur rnortuuwi des-sen, was sie gewesen war, und seyn sollte. Wennman nur die spatere Mythologie der Grie-chen und die Puppe von politischer Volker-Religion bey den Römern betrachtet: so braucht-
keines Worts mehr-Und doch war nun auch
fast „kein andres Principium der Tu-gend" in der Welt! Die Römische Aufopfe-rung fürs Vaterland war von ihrer Höhegesunken, und lag im Moraste der Schwelgereyund kriegerischer Unmenschlichkeit. Griechische Ju-gendehre und Freyheitsliebe — wo warsie? Und der alte Ae zyprische Geist, wo warer, als Griechen und Römer in ihrem Lande niste-ten? Woher nun Ersatz? Philosophie konn-te ihn nicht geben: sie war das ausgeartetste S 0-ph isten - Zeug, Disputi r - Kunst, Trö-delkram vonMeynungen ohne Kraft undGewißheit, eine mit alten Lumpen behängen»
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