Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

272 IV. Auch eine Philosophie

aber wehr rtete, als sie im warmen aromali-schen Treibhaus« Osts und Süds gehärtet werdenkonnten : natürlich blieb ihr Zustand roher, ihrekleinen Gesellschaften getrennter und wilder:aber die menschlichen Bande noch in Stärke,menschlicher Trieb und Kraft in Fülle. Da konn-te das Land werden, was Tacitus beschreibt.Und als dies nordische Meer von Völkern mit al-len Wogen in Bewegung gerieth, Wogen drängtenWogen, Völker andre Völker' Mauer und Dammum Rom waren zerrissen: sie selbst hatten ihnen dieLücken gezeigt und sie herbei gelockt, daran zu fli-cken-endlich da alles brach, welche Ueberschwem-mung des Süds durch den Nord! und nach allenUmwälzungen und Abscheulichkeiten welche neuenordsüdliche Welt!

Wer den Zustand der Römischen Lander, (undsie waren damals das gebildete Universum)!in den letzten Jahrhunderten bemerket, wird diesenWeg der Vorsehung, einen so sonderbarenErsatz menschlicher Kräfte zu bereiten,anstaunen und bewundern. Alles war erschöpft,entnervt, zerrüttet. Von Menschen verlas-sen, von entnervten Menschen bewohnt, in Ueppig-keit, Lastern, Unordnungen, Freiheit und wildemKriegsstolz untersinkend. Dir schonen RömischenGesetze und Kenntnisse konnten nicht Kräf-te ersetzen, die verschwunden waren, Nervenwieder Herstellen, die keinen Lebensgeist fühl-ten, Triebfedern regen, die da lagen also todt!ein abgematteter, im Blute liegender Leichnam

da