Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 2 (1820) Propyläen der Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
265
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 265

ins Herz, machte jede aber an sich selbst so wenigdringend, daß, wenn nur einige befriedigtwerden, sich die Seele bald aus diesen erwecktenTönen ein Concert bildet,- und die unerwecktcnnicht fühlet, als wiefern sie, stumm und dunkel,den lautenden Gesang unterstütze n. Sie legteAnlagen von Mannigfaltigkeit ins Herz,nun einen Theil der Mannigfaltigkeit im Kreiseum uns, uns zu Händen: nun maßkchte sieden menschlichen Blich, daß nach einer kleinenZeit der Gewohnheit ihm dieser Kreis Horizontwurde. Nicht drüber zu blicken: kaum drüberzu ahnen! alles, was mit meiner Naturnoch gleichartig ist, was in sie assimilirtwerden kann, beneide ich, strebs an, mache mirszu eigen; darüber hinaus hat mich die gütigeNatur mit Fühllosigke it, Kalte und Blind-heit bewaffnet; sie kann gar Verachtungund Ekel werden hat aber nur zum Zweck,mich auf mich selbst zurüchzustoßen, mir aufdem Mittelpunkt Genüge zu geben, der michtragt. Der Grieche macht sich so viel vom Aegyp-ler, der Römer vom Griechen zu eigen, als erfür sich braucht: er ist g e s a t ti g t, das klebri-ge fallt zu Boden, und er strebs nicht an!Ldcr wenn in dieser Ausbildung eigner National-Ncigungen zu eigner National - Glückseligkeit derAbstand zwischen Volk und Volk schon zuweit gediehen ist: siehe, wie der Aegypter denHirten, den Landstreicher hasset! wie er denleichtsinnigen Griechen verachtet! So jedezwei Nationen, deren Neigungen und Kreise derGlückseligkeit sich stoßen man nennts Vor-