der Geschichte der Menschheit. 26S
Urmuth zieht ihm nach. — Mangel und Tu-gend wohnen also auch in diesem Verstände in ei-ner menschlichen Hütte immer beisammen.
Schöne Dichtkunst, ein Lieblingsvolkder Erde im übermenschlichen Glanze zu zaubern —auch ist die Dichtkunst nützlich, denn der Mensch'wird auch durch schöne Vorurtheile veredelt —aber wenn der Dichter ein Geschichtschreiber,ein Philosoph ist, wie es die meisten zu seynvorgeben, und die denn nach der einen Formihrer Zeit — oft ist sie sehr klein und schwach! —alle Jahrhunderte modeln — Hume!Voltaire! Robertsons! elastische Gespensterder Dämmerung! was scyd ihr im Lichte derWahrheit?
Eine gelehrte Gesellschaft unsrer Zeit *)gab, ohne Zweifel in hoher Absicht, die Frage auf,„welches in der Geschichte wohl das„glücklichste Volk gewesen?" und versteheich die Frage recht: liegt sie nicht außer dem Ho->rizonte einer menschlichen Beantwortung, so weißich nicht, als, zu gewisser Zeit und unter gewissenUmstanden traf auf jedes Volk ein solcher Zeit-punkt, oder es war nie eines. Ist nämlichwiederum die menschliche Natur kein Gefäß einerabsoluten, unabhängigen, unwandel.
*) Die Herren müssen ein erschrecklich hohes Idealgehabt haben; denn, meines Wissens, haben siekeine ihrer philosophischen Aufgaben je erreichtgefunden.