262 IV. Auch eine Philosophie
Machtsprüche Lobes und Tadels, die wir auseinem aufgefundenen Lieblingsvolkedes Altcrthums, in das wir uns vergafften, aufalle Welt schütten — welches Rechtes seyd ihr!Jene Römer konnten seyn, wie keine Nation;thun, was k e i n e r n a c h t h u t: sie waren R ö-mer. Auf einer Welthvhe, und alles rings umsie Thal. Auf der Höhe von Jugend auf, zu demRömer-Sinn gebildet, handelten in ihm-— was Wunder? Und was Wunder? daß einkleines Hirten- und Ackervvlk in einemThale der Erde nicht eisernes Thier war, washp handeln konnte? Und was Wunder, daß dießweder Tugenden hatte, die der edelste Römernicht, und der edelste Römer auf feiner Höhe, imDrange der Noch, Grausamkeiten mit kal-tem Blute beschließen konnte, die der Hirte imkleinen Thale denn nun wieder nicht auf derSeele hatte. Auf dem Gipfel jener Riesen - Ma-schine war leider! die Aufopferung oft Kleinig-keit, oft Noth, oft, (arme Menschheit, welcherZustande bist du fähig)! oft. Wo h ltha t. Ebendie Maschine, die weitreichende Laster mög-lich machte, wars , die auch Tugenden so'hochhob, Wirksamkeit so weit ausbrcitete:ist die Menschheit überhaupt in einem jetzigen Zu-stande reiner Vollkommenheit fähig? Gipfelgranzt an Thal. Um edle Spartaner wohnenunmenschlich behandelte Heloten. Der RömischeTriumphator, mit Götterröthe gefärbt,ist unsichtbar auch mit Blute getüncht; Raub,Frevel und Wollüste sind um seinen Wagen:vor ihm her Unterdrückung; Elend und