264 IV. Auch rille Philosophie
wurde, wovon voraus noch kein Beyspiel gewesenwar: da die Maschine stand, und da die Ma-schine fiel, und da die Trümmer alle Nationen derRömischen Erde bedeckten — gibts in aller Ge-schichte der Jahrhunderte einen größern Anblick!Alle Nationen von oder auf diesen Trümmernbauend! Völlig neue Welt von Sprachen, Sit-ten, Neigungen und Völkern — es beginnet eineandere Zeit — Anblick, wie aufs weite offenbareMeer neuer Nationen. — Lastet uns indessen nochvom Ufer einen Blick auf die Völker werfen, derenGeschichte wir durchlaufen sind.
I. Niemand in der Welt fühlt die Schwachedes allgemeinen Eharakterisirens mehr,als ich. Man mahlet ein ganzes Volk, Zeit-alter, Erdstrich — wen hat man gemahlt? Manfasset auf einander folgende Völker undZeitläufte, in einer ewigen Abwechslung,wie Wogen des Meeres zusammen — wen hatman gemahlt? wen hat das schildernde Wort ge-troffen ? — Endlich man saßt sie doch in nichts,als ein allgemeines Work zusammen, wo je-der vielleicht denkt und fühlt, was er will — un-vollkommenes Mittel d e r Sch i l o e rung! wiekann man mißverstanden werden! —
Wer bemerkt hat, was es für eine unaus-sprechliche Sache mit der Eigenheit einesMenschen sey, das Unterscheidende un-